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1. RECHENSCHAFTSBERICHT (1999)

Am 02.06.1999 trafen sich 12 Bürger der Gemeinde Fredersdorf-Vogelsdorf im Hotel Flora. Anlaß war der Erhalt des ältesten Hauses von Fredersdorf in der Platanenstraße 18. Da nicht nur dieses Haus, sondern auch die Geschichte von Fredersdorf-Vogelsdorf viele interessiert und es zu bewahren gilt, wurde beschlossen, einen Heimatverein zu gründen. Dieser Heimatverein sollte sich unter anderem folgende Ziele stellen: - Förderung der Aufarbeitung und Darstellung der Heimatgeschichte der Gemeinde - Aufbau und Entwicklung einer heimatkundlichen Sammlung bzw. eines Heimatmuseums - Durchführen von Vortragsveranstaltungen, Ausstellungen, Wanderungen und Führungen zu geschichtlichen und heimatkundlichen Themen Die Gründungsversammlung des Heimatvereins Fredersdorf-Vogelsdorf fand am 14.07.1999 im Hotel Flora statt. Die 14 Gründungsmitglieder ernannten Herrn Siegfried Groß als Ehrenmitglied aufgrund seines bisherigen Wirkens für die Geschichte von Fredersdorf-Vogelsdorf und das Sammeln von historischen Dokumenten. Nach einer geringfügigen Änderung der Satzung durch die 2. Mitgliederversammlung am 13.10.1999 erhielt der Heimatverein Fredersdorf-Vogelsdorf die vorläufige Bescheinigung zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit vom Finanzamt Strausberg. Damit konnte am 07.12.1999 die notarielle Beglaubigung für die Eintragung in das Vereinsregister erfolgen. Die Anmeldung im Amtsgericht Strausberg -Registergericht- wurde am 14.12.1999 eingereicht. Die Bestätigung der Registrierung kann bis zu 6 Monate dauern. Unsere Aktivitäten um das älteste Haus von Fredersdorf in der Platanenstraße 18: Im Vorfeld der Gründung des Heimatvereins kam es schon zu Gesprächen mit Herrn Rasem dem Geschäftsführer der Metall und Kunststoff eG und Miteigentümer des Grundstücks Platanenstraße 18 und dem Bürgermeister von Fredersdorf-Vogelsdorf, Herrn Thamm, die den Erhalt des ältesten Hauses betrafen. Der damalige Zustand des Hauses war kein Aushängeschild für Fredersdorf-Vogelsdorf. Aus diesem Grund mußte man sich über den Erhalt des ältesten Hauses Gedanken machen. Der Heimatverein war um den Erhalt des ältesten Hauses bemüht. Bei diesem Haus handelte es sich um ein Doppelstubenhaus, das auf die Hausform des mitteldeutschen, quergegliederten Wohnstallhauses zurückzuführen ist. Beispiele für diesen Haustyp gibt es in unserer Gegend nur noch in Schöneiche und Friedrichshagen. Außerdem hatte dieses Haus noch eine örtliche Bedeutung im Zusammenhang mit der alten Dorfmarkierung, der Friedenseiche am nördlichen Dorfausgang von Fredersdorf, als Flächendenkmal (Eiche und letztes Haus als Komplex). Dieses Ensemble wollten wir den kommenden Generationen erhalten. Ideen zur späteren Nutzung gab es viele, z.Bsp. Heimatstube mit teilweise kommerziellen Nutzung. Frau Richter nahm die Verbindung zu einem Verein in Berlin auf, der den Wiederaufbau eines historischen Kolonialistenhauses in Berlin Lichtenberg betreibt. Der BauErhalt e.V. gewährte Einblick in seine Unterlagen und vermittelte damit unserem Verein gute Hinweise für die eigene Arbeit. Frau Korth, Hochschullehrerin der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft, schlug vor, daß mit Hilfe von Studenten aus dem Fachbereich Ingenieurwissenschaften eine Bestandsaufnahme und eine Analyse des derzeitigen Bauzustandes des Hauses vorgenommem wird. Eine Dokumentation sollte erarbeitet werden, daß falls es zum Abriß des ältesten Hauses von Fredersdorf-Vogelsdorf kommen sollte, wenigsten Unterlagen und Anschauungsmaterial vorhanden sind. Am 30.07.1999 wurde dann das Haus in der Platanenstraße 18 von den Studenten der FHTW vermessen und dokumentiert. Wir danken den Studenten Frau Jenni Szopinnski, Herrn Ronny Hänisch, Herrn Steffen Schönknecht, Herrn Christian Warm, Herrn Björn Ahlhelm und Herrn Stephan Rosenkranz recht herzlich für die Dokumentationen. Diese Unterlagen werden wir für die weitere Arbeit im Heimatverein gut verwenden können. Kopien wurden dem Bürgermeisteramt zur Verfügung gestellt. Frau Korth möchte bitte unseren Dank weiterleiten. In der Gemeindevertretersitzung am 02.09.1999 wurden die Arbeiten und Ergebnisse der Studenten, sowie Anschauungstafeln den Gemeindevertretern vorgestellt. Frau Korth hielt einen Sachvortrag zu den Thema des ältesten Hauses. Es wurde dargestellt, daß die Bausubstanz überraschend gut erhalten war, so daß eine Rekonstruktion mit einigem Aufwand möglich gewesen wäre. Die Kosten hätten sich auf über eine halbe Million DM belaufen. Die älteste historische Angabe zum Alter des Hauses stammt aus dem Jahre 1820. Danach soll es um 1750 gebaut worden sein. Die Anschauungstafeln der Studenten konnten von den Einwohnern von Fredersdorf-Vogelsdorf am 11.und 12.09.1999 auf dem Sommerfest und danach im Rathaus angesehen werden. Doch es kam anders. Die Mitglieder der Metall und Kunststoff eG beschlossen auf ihrer ordentlichen Generalversammlung am 23.07.1999, daß sie keinen Grund und Boden aus dem Genossenschaftbesitz verkaufen werden. Auch ein weiteres Gespräch von Herrn Prof. Dr. Kliem und Frau Richter mit Herrn Rasem am 22.09.1999 eine andere Möglichkeit zu finden, um den Abriß des ältesten Hauses zu verhindern, führten nicht zum Ziel. Für die Metall und Kunststoff eG gab es außer dem Abriß keine weitere Altenative. Der Abriß des Hauses Platanenstraße 18 erfolgte danach sehr schnell am 01.11.1999. Frau Korth, Frau Hinz, Herr Kromphardt, Herr Prof. Dr. Kliem, Herr Hillert und Frau Richter, Mitglieder des Heimatvereins, sowie Herr Kersten aus Neuenhagen sicherten am 30.10. und am 1.11.1999 einzelne erhaltene Elemente des Hauses, um diese als Originale aufzubewahren. Herr Ausserfeld stellte zur Unterstellung der sichergestellten Teile des Hauses einen Raum zur Verfügung. Außerdem wurden Probebohrungen von den Holzbalken genommen, um das Alter des Holzes zu bestimmen und damit das genaue Alter des Hauses festzustellen. Beim Abriß bzw. beim Vermessen des Hauses wurde festgestellt, daß Balken unter anderem benutzt wurden, die schon einmal eingebaut waren, und daß dieses Haus auf älteren Fundamenten gebaut wurde. Genaueres zum Fundament kann aber erst bei Grabungen festgestellt werden, die zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen müssen. An dieser Stelle möchte ich mich auch noch eimmal bei Herr Rasem von der Metall und Kunststoff eG bedanken, daß wir das Haus vermessen und dokumentieren durften, historische Teile entnehmen durften , und uns jeder Zeit Zutritt zu dem Grundstück Platanenstraße 18 gewährt wurde. Neben dieser großen Aufgabe haben wir uns noch anderen Dingen gewidmet. · Auf dem Sommerfest am 11.09.1999 haben wir uns zum ersten Mal öffentlich repräsentiert. Wir mußten aber feststellen, daß es am Sonnabend keine große Resonanz gab. Wir hätten am Freitag den 10.09.1999 vor Ort sein müssen, als die Anschauungstafeln der Studenten vom ältesten Haus und die Entwürfe der Kunstwerke für den Verdriesplatz der Gemeinde repräsentiert wurden. So etwas muß künftig bei ähnlichen Veranstaltungen von uns besser abgestimmt werden. Dafür hatten wir am Sonntag, dem 12.09.1999 zum Tag des offenen Denkmals, der ebenfalls an diesem Wochenende stattfand, großen Zuspruch. Wir stellten uns mit einen kleinen Stand am Mausoleum auf. Viele Bürger interessierten sich für unsere Arbeit im Verein. Ich danke Frau Jagnow, Frau Korth, Frau Weitzel , Frau Linke und Frau Richter für Ihre Bereitschaft, den Stand für ein paar Stunden zu betreuen. · Am 26.09.1999 nahmen einige Mitglieder unseres Heimatvereines die Möglichkeit wahr, an der Stadtbesichtigung von Altlandsberg teilzunehmen. · Frau Hinz berichtete auf der 2. Mitgliederversammlung am 13.10.1999 von ihren Zeitzeugenbefragungen und ihren Forschungen um das "Grüne Dreieck" in Fredersdorf Nord. Sie konnte viel interessantes berichten. Dieses "Grüne Dreieck" wird im kommenden Jahr mit ein Schwerpunkt in unserer Arbeit sein. · Zeitgleich mit der Wiedereinweihung des neu gestalteten Verdriesplatzes am 13.11.1999 erschien aus unserer geplanten Schriftenreihe des Heimatvereins das erste Heft. Prof. Dr. Kliem zeichnet in diesem Heft die Geschichte und Entwicklung des Verdriesplatzes mit historischem Hintergrund auf. Mit großem Interesse verfolgten ca 50 Gäste dem Vortrag von Herrn Prof. Dr. Kliem am 17.11.1999 im Hotel Flora. Er sprach ausführlich über die Geschichte des Verdriesplatzes. · Frau Elisabeth Klapczynski aus Vogelsdorf stellte dem Heimatverein Unterlagen des aufgelösten Siedlervereins Vogelsdorf zur Verfügung. Wir möchten uns dafür bei ihr bedanken. Eine Auswertung wird der Heimatverein sicherstellen. · An der Realschule Fredersdorf-Süd begannen die Lehrer Frau Lehmann und Herr Kneisel mit der Planung für ein Schulprojekt über die ehemaligen jüdischen Mitbewohner von Fredersdorf-Vogelsdorf. Der Heimatverein stellte ein mehrseitige Übersicht zur Verfügung. Im Januar diesen Jahres gelang es Herrn Prof. Dr. Kliem, im Bundesarchiv die Originalzählkarten der Volkszählung vom 17. Mai 1939 aufzufinden. Diese Zählkarten enthalten Geburtsdatum, Geburtsorte, Berufsangaben und genaue Wohnadressen, so daß jetzt eine zielgerichtete Befragung durch die Realschüler möglich wird. 1939 lebten in Fredersdorf noch 23 und in Vogelsdorf drei jüdische Mitbürger; 1932 waren es mehr gewesen. Kopien werden der Realschule demnächst übergeben werden. · Am 11.12.1999 besichtigten Frau Weitzel, Frau Richter , Herr Prof. Dr. Kliem und Herr Ausserfeld den Taubenturm auf dem ehemaligen Gutshof von Fredersdorf. Dieser Turm ist nur im Winter deutlich von der Straße aus zu erkennen. Wir haben uns den Bauzustand angesehen. Um diesen Turm wollen wir uns demnächst kümmern. Er steht auf Gemeindegrund, so daß es ähnliche Probleme wie beim ältesten Haus nicht geben wird. · Zu unserem Vereinsleben gehört nicht nur das Forschen um die Geschichte des Doppeldorfes Fredersdorf-Vogelsdorf, sondern auch gesellige Stunden. So führten wir am 26.11.1999 einen Kegelabend durch, um uns auch in diesem Rahmen besser kennenlernen zu können. · Unser wichtigster Schwerpunkt ist die Betreuung der Ortsgeschichte angesichts des bevorstehenden 625 jährigen Jubiläums der historischen Ersterwähnung von Fredersdorf und Vogelsdorf im Landbuch der Mittelmark von 1376. Drei Mitglieder unseres Heimatvereins arbeiten im Festausschuß mit. Ich möchte mich für Ihre Aufmerksamkeit recht herzlich bedanken. Die Arbeit unseres Vereins wurde von Anfang an durch die Öffentlichkeit begleitet. Mehr als 10 Artikel sind in der Presse erschienen. darunter auch in den überregionalen Zeitungen "Berliner Morgenpost" und "Berliner Zeitung". Hoffen wir, daß dieses Interesse weiter anhält.
Petra Richter
Vorstandsvorsitzende des Heimatvereins Fredersdorf-Vogelsdorf
 
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